Lürzer Alm, Obertauern, Österreich

Mittags eher leer und abends brechend voll – so beschreibt man am besten die „Gezeiten“ in der Lürzer Alm mitten in Obertauern. Von der Edelweißabfahrt auf Skiern bestens erreichbar, eignet sie sich auch zu einem Abstecher für eine Gulaschsuppe oder ein Blutwurstgröstl zum Mittagessen. Nur jetzt offenbart sich einem die urige, gemütliche Atmosphäre durch das verbaute Holz und die abgetrennten Sitzecken. Mit dem Schließen der Skilifte füllt sich die Alm, und die urige Gemütlichkeit weicht wummernden Bässen, schmalzigen Schlagern und ausgelassener Stimmung.

Die Lürzer Alm schließt für ein paar Stunden für ein gesetztes Abendessen, um später wieder richtig durchzustarten, bis tief in die Nacht. Einige der Gäste haben auch in der „zweiten Halbzeit“ noch die Skischuhe an. Aufs Hotelzimmer kann man schließlich auch morgens gehen.

Philipp, Sölden, Österreich

Wenn man bei Après-Ski-Bars von traditionell sprechen kann, dann gehört das Philipp ohne Zweifel mit stolzen 30 Jahren zu den Klassikern. Direkt an der Talabfahrt zur Gaislachkogelbahn gelegen, lässt sich die Location perfekt mit Skiern anfahren. Und wer erst gar nicht auf der Piste war und gleich zum Après-Ski übergehen will, der kann mit einem kleinen Lift aus Sölden hochfahren.

Kulinarisch wird neben den üblichen Hüttengerichten alles dargeboten, was die internationale Fastfood-Palette hergibt: Pizza, Burger, Schnitzel etc., alles aber angesichts des enorm hohen Durchlaufs in solider Qualität und zu moderaten Preisen. Die gute Stimmung und das sehr freundliche Personal gibt es gratis dazu.

Wer es etwas ruhiger haben möchte, der bucht im Restaurant Philipp einen Tisch (oft auch mit Live-Musik) und genießt bei ausgezeichnetem Essen einen wunderbaren Blick über das nächtliche Sölden.

Mooserwirt, St. Anton, Österreich

Der Mooserwirt beansprucht für sich, das Après-Ski in der heutigen Form erfunden zu haben. Der Playboy nannte den Mooserwirt „die Mutter aller Skihütten“. Man selbst behauptet mit einem Augenzwinkern, „die wahrscheinlich schlechteste Skihütte am Arlberg“ sowie „saugut und schweineteuer“ zu sein.

Tatsache ist, dass sich St. Anton zu einer der Partyhochburgen der Alpen entwickelt hat. Nicht ohne Grund lautet die Abwandlung des Mallorca-Krachers von Big-Brother-Jürgen und Mickie Krause „Wir haben St. Anton überlebt“. Und an dieser Entwicklung hat der Mooserwirt seinen Teil dazu geleistet. Direkt an der Piste oberhalb des Orts gelegen, an der Galzigbahn, ist es hier laut, eng, heiß, teuer, ausgelassen, manch einer würde sagen: legendär.

Sollte es mal ein Buch „1.000 après-ski places to see before you die“ geben, wird der Mooserwirt ganz vorne stehen.

Kuhstall, Ischgl, Österreich

Ischgl im Paznauntal, das selbsternannte Ibiza der Alpen, gehört zweifellos zu den angesagtesten Skidestinationen, wenn man nicht die Ruhe sucht, sondern neben dem Skifahren feiern möchte. Und in Ischgl ist der Kuhstall im Sporthotel Silvretta das Après-Ski-Epizentrum. Direkt an der Silvretta-Gondel gelegen, feiern hier Jung und Alt zu den Hits, die man sonst von der anderen Balearen-Insel kennt. Zu den Hochzeiten kann es sehr voll werden, und beim Bestellen an der Theke oder der Weg zur Toilette kann es etwas länger dauern. Aber sowohl die Servicekräfte als auch die anderen Gäste (viele Stammgäste) haben immer einen freundlichen Spruch auf den Lippen, was das Warten durchaus erträglich macht. Wer es weniger voll haben will, fängt einfach früher mit dem Après-Ski an und geht, wenn der große Andrang beginnt, oder zieht ins Restaurant um.

Le Rouge, Verbier, Schweiz

Die Schweiz ist anders, weshalb viele Skiurlauber, die den österreichischen Hüttenzauber mögen, den Eidgenossen fernbleiben. Ja, die ausgelassenen Partys gibt es auch in Engelberg, der Lenzer Heide etc. Aber die Schweiz genießt nicht zuletzt durch die mondänen Skiorte im Engadin ein anderes Image. Hier trifft man Männerrunden mit gleich bedruckten T-Shirts und lustigen Hüten eher seltener an. Dafür ist das Publikum sehr international, und in der Après-Ski-Bar Le Rouge in Verbier trifft Gore-Tex auch mal auf Nerzmantel.

Das Essen ist erlesener und delikater. Der rosa gebratene Thunfisch mit Sesam oder das Huhn mit Morcheln auf einem Millefeuille von der Kartoffel fallen hier nicht weiter auf. Der Service ist auch hier sehr freundlich und zuvorkommend, was über die gepfefferte Rechnung etwas hinweghilft.