Der Roboter hört auf den Namen „Botlr“ und bringt den Gästen binnen weniger Minuten Zeitungen, Zahnbürsten, Handtücher. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 6,5 Stundenkilometern findet er selbstständig seinen Weg in obere Stockwerke und kann auch Aufzüge bedienen. Hat er seinen Kundenservice beendet, dockt der Roboter-Page selbstständig an seine Ladestation an und wartet auf den nächsten Auftrag. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass das Aloft Hotel ganz in der Nähe des Apple Campus liegt.

„Botlr“ ist nur ein Beispiel für den Einsatz fortgeschrittener Robotik, die auch minimal-invasive Eingriffe in der Medizin oder unbemannte Flugzeuge umfasst oder Roboter, die Brandherde selbst in dichtestem Rauch aufstöbern können.

Einer Studie des McKinsey Global Institute zufolge könnte der Einsatz fortgeschrittener Robotik ab dem Jahr 2025 Werte in Höhe von 1,7 bis 4,5 Billionen Dollar jährlich schaffen – davon 800 Milliarden bis 2,6 Billionen allein im Gesundheitssektor. Daneben werden Roboter auch künftig verstärkt in der Produktion und im Dienstleistungsbereich eingesetzt. Schon im vergangenen Jahr hat die Deutsche-Post-Tochter DHL in einem öffentlichen Testlauf per „DHL Paketkopter“ Medikamente einer Bonner Apotheke auf die andere Rheinseite gebracht. „Kollaborative Roboter-Anwendungen, sei es nun in Fabriken, Krankenhäusern oder Restaurants, haben ein großes Zukunftspotenzial”, bringt Jeff Burnstein, Präsident der Robotic Industries Association, die Perspektiven dieser  Technologie auf den Punkt.
Die McKinsey-Experten gehen davon aus, dass Roboter schon in elf Jahren in der Lage sein werden, hochwertige Waren herzustellen, Fehler zu bemerken und zu verbessern – aber nicht nur ihre eigenen, sondern auch die Pannen anderer Roboter und Menschen.

Google hat die ersten autonomen Fahrzeuge angemeldet

Salonfähig sind Roboter auch im privaten Bereich – etwa Staubsauger-Roboter, die sich selbstständig durch die gesamte Wohnung bewegen und das lästige Staubsaugen ganz nach Gusto täglich oder mehrfach pro Woche erledigen. Praktisch für entnervte junge Eltern sind sogenannte Schaukelroboter. An einer Kinderwiege angebracht, erkennen sie über Sensoren automatisch, ob der kleine Augenstern unruhig wird oder zu schreien beginnt, und aktivieren automatisch die Schaukelfunktion, um das Kind wieder in den Tiefschlaf zu wiegen. Laut einer Studie des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) vom Februar dieses Jahres können sich bereits rund 54 Prozent der Deutschen vorstellen, einen Haushaltsroboter für die tägliche Hausarbeit einzusetzen.

In wenigen Jahren dürften die ersten Autos ganz ohne Fahrer anrollen. Google hat im US-Bundesstaat Nevada bereits die ersten Straßenzulassungen für seine kleine Flotte an Roboterautos bekommen – und ist damit der erste Konzern, der noch vor den eigentlichen Autoherstellern ein autonomes Fahrzeug angemeldet hat.

Auch deutsche Hersteller arbeiten fieberhaft an derartigen Lösungen. Volkswagen rüstet den neuen Passat, der im Herbst auf den Markt kommt, mit einem innovativen Notfallsystem aus: Sensoren erkennen, wenn der Fahrer plötzlich nicht mehr lenkt, bremst oder beschleunigt. Das Fahrzeug warnt zunächst akustisch und leitet danach kurze Bremsungen ein – schließlich könnte der Fahrer eingeschlafen sein. Wenn auch dann keine Reaktion erfolgt, schaltet das Fahrzeug selbständig das Warnblinklicht ein und lenkt sich selbst hinüber zum Seitenstreifen, wo es langsam zum Halt kommt.

Experten sind sich sicher: Dank der Verbesserung von Sensoren, der Erhöhung der Präzision und mittels künstlicher Intelligenz werden Roboter immer leistungsfähiger. Künftig können sie deshalb laut McKinsey besonders auch komplexere und gefährlichere Aufgaben für den Menschen übernehmen.

Risikobewusste Anleger können von Wachstumschancen dieser Industrie mit dem Zertifikat der UBS auf den Solactive Robotics and Drones Total Return Index profitieren. Es vereint neun Gesellschaften, die sich auf die Entwicklung und Produktion von Robotern und Drohnen spezialisieren, darunter der japanische Branchenführer Fanuc, Intuitive Surgical aus den USA und der Augsburger Roboterhersteller Kuka. Ebenfalls enthalten ist AeroVironment, das 2011 mit dem sogenannten Nano-Kolibri auf sich aufmerksam machte – ein extrem kleines Fluggerät in der Form eines Vogels. Indexanpassungen finden regulär zweimal im Jahr statt, Dividenden werden reinvestiert.