Golf, Gesundheit, Gaumenfreuden – diese drei großen Gs kann man wohl in wenigen Regionen so gut unter einen Hut bringen wie in Venetien. Die malerische Landschaft im Nordwesten Italiens ist bekannt für ihre exzellenten Thermalkurorte, für gepflegte Golfplätze und ausgezeichnete Weine. Alles zusammen lässt sich wunderbar zu einem einzigartigen Reiseerlebnis kombinieren.

Wo soll man beginnen? Venetien, in der Landessprache Veneto genannt, zeichnet sich durch seine enorme Vielfalt aus. Mit der Hauptstadt Venedig als Metropole wird es im Norden von den schroffen Dolomiten begrenzt, im Westen von der Lombardei mitsamt dem Gardasee, im Osten von der Adria und dem Friaul sowie im Süden von der Emilia-Romagna. Die rund 18.000 Quadratkilometer dazwischen sind überwiegend eben oder leicht hügelig – ideale Voraussetzungen für Wander- oder Fahrrad-, aber natürlich auch für einen Golfurlaub.

Dafür sorgen die fast 40 Plätze, die sich idyllisch in eine malerische Landschaft schmiegen. Viele Golfhotels und Clubhäuser befinden sich in früheren Landsitzen oberitalienischer Adliger inmitten von historischen Parks. Fast fällt es schwer, sich angesichts der landschaftlichen und architektonischen Schönheiten dieses Landstriches auf das Spiel zu konzentrieren – dabei haben die Plätze auch sportlich gesehen durchaus ihre Reize. So findet man hier mit dem auf Sanddünen gebauten Golfclub Venezia einen der wenigen italienischen Links-Plätze, also eine weitgehend naturbelassene Anlage. Der Platz in Venedig war Austragungsort der italienischen Senior Open und International Open. Der 27-Loch-Platz in Asolo – eingebettet in die venezianischen Voralpen – lockt regelmäßig auch Golfprofis zu internationalen Turnieren. Italienische Meisterschaften und Open-Turniere fanden auch im zwischen Weinbergen gelegenen Golfclub Verona statt. Wer es lieber richtig gebirgig hat, ist im berühmten Wintersportort Cortina d’Ampezzo an einer der besten Adressen: Hier kommen nicht nur Skifahrer und Wanderer, sondern auch Golffreunde vor der malerischen Kulisse der Dolomiten auf ihre Kosten. Trotz aller ausgewiesenen Qualitäten verbreitete sich der Ruf des Veneto als exquisite Golf-Region übrigens so richtig erst in den letzten Jahren. Bezeichnend: 2013 wurde er noch zu „Best Undiscovered Golf Destinantion in the World“ gekürt.

Schon lange genießt die Region um die Lagunenstadt Venedig dagegen einen Weltruf als das wohl größte Thermalzentrum Europas. Die legendärsten unter den mehr als 100 Thermalbädern sind dabei die Heilbäder Abano und Montegrotto Terme, wo allein um die 100 Hotels um die Gunst von Wellnessgästen buhlen. Zusammen mit den nahen Orten Galzignano, Teolo und Battaglia bilden sie das Herz der oberitalienischen Thermenlandschaft.

Zu Füßen der Euganeischen Hügeln gelegen, verdanken sie ihre therapeutische Wirkung einem salz-, brom- und jodhaltigen Thermalwasser, das seiner Quelle mit einer Temperatur von 87 Grad entspringt und als Grundlage für diverse Behandlungen und Wellness-Angebote dient – darunter Bewegungsbäder und Inhalationstherapien, unterschiedliche Entspannungsbehandlungen und natürlich die berühmte Fango-Therapie. Die dunkle vulkanische Schlammmasse, die dabei aufgetragen wird, brennt zunächst kurz auf der Haut, bevor sich ein wohliges Entspannungsgefühl einstellt. Sie hilft unter anderem bei Verspannungen, Rückenbeschwerden oder rheumatischen Gelenkerkrankungen, aber auch bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis und Schuppenflechte. Auch der Muskelkater nach einer anstrengenden Golfrunde lässt sich mit einer Fango-Packung lindern – bevor für abendliche Entspannung einer der hervorragenden Veneto-Weine sorgt. Im Schutz der Alpen genießt Venetien ein mildes, weinfreundliches Klima. Kalkhaltiger, rotbrauner Boden lässt die Reben gut wachsen.

Zu den bekanntesten Tropfen gehört der aus der Garganega-Traube gekelterte Soave. Der Garganega-Anteil beträgt hier mindestens 70 Prozent, den Rest liefern in der Regel Chardonnay, Pinot Bianco und Trebbiano. Noch berühmter wurde allerdings der in Venetien beheimatete Prosecco. Die Trauben für diesen sprudelnden Genuss stammen vor allem aus den Örtchen Conegliano und Valdobbiadene im nordöstlichen Veneto, etwa 50 Kilometer von Venedig entfernt. Unter der geschützten Bezeichnung Prosecco DOC darf er nur in bestimmten Produktionsgebietet hergestellt und abgefüllt werden. Außerdem muss der Anteil an Glera-Trauben mindestens 85 Prozent betragen. Diese Rebsorte wird in der Region seit mehr als 300 Jahren angebaut. Sie profitiert von sonnigen Lagen und konstanten Luftbewegungen, die die Trauben nach Regenfällen schnell wieder trocknen lassen. Wer eher ein Liebhaber roter Weine ist, kommt dagegen an der Adria-Küste mit ihren warmen Ebenen auf seine Kosten.

Fazit: Von den Dolomiten bis zum Meer lässt sich so einiges erleben in Venetien – immer unter dem Zeichen der drei großen G …